Meine lieben Freunde der Nacht,
ein Wort der Warnung ist angebracht:
Nutzer von Acronis True Image Home 2012 könnten extreme Performanceprobleme (über die dllhost.exe) bekommen – und die lassen sich gar nicht so leicht entfernen…
Vielleicht hat ja jemand das gleiche Problem wie ich, daher schreib ich das hier mal nieder – nebst Lösung.
Das Problem
Der Rechner ist inperformant, ein Blick in den Taskmanager zeigt: Permanent 50 %+ CPU-Auslastung. Das hatte ich vor einiger Zeit so, hab dann die Prozesse nach ihrer CPU-Last sortiert und sehr schnell war klar: Der Prozess dllhosts.exe war permanent bei 50 %. Warum 50 %? Logisch: Weil er einen meiner beiden Prozessorkerne komplett dichtgemacht hat. (Wer eine Quadcore-CPU hat, dürfte hier 25 % erwarten – Singlecore dürfte dann mit nahezu 100 % dicht sein.)
Den Prozess zu killen ist zwecklos, er ist eine Sekunde später wieder da und bei 50 %. Ein Zombie also, hartnäckiger zu töten als Joppie Heesters.
Wie kommt das zustande? Wer ist dieser dllhost.exe eigentlich, wo kommt der her, was macht der hier, wo will der hin?
dllhost.exe
Wer das für einen Virus hält, irrt sich: Diese Datei gehört zum Standardrepertoire von Microsoft. Es handelt sich um ein Programm, mit dessen Hilfe DLLs gekapselt werden. Das hat durchaus seine Berechtigung; nehmen wir mal an, der Explorer möchte für irgendein exotisches Dateiformat ein Vorschaubild erzeugen. Er benutzt dazu die DLL, die zu diesem exotischen Format gehört. Wenn die nun einen Bug hat und abschmiert, geht der Explorer mit über den Jordan – was er nicht tut, wenn er die möglicherweise verbuggte DLL über die dllhost laufen lässt. Damit bleibt der Explorer-Prozess sauber. Soweit, so gut.
Erste Recherchen und falsche Lösungen
Wegen dieser Vorschaufunktionalität vermutet das Internet auch gleich, dass mein Problem daher kommt, und ich sollte doch – so der Rat in einschlägigen Foren – die Miniaturansicht im Explorer deaktivieren. Hab ich gemacht, bringt nix. Andere vermuten AnyDVD oder Nero als Problem – beides deinstalliert, bringt nix.
Jetzt mal im Ernst, Sherlock…
Schließlich bin ich dazu übergegangen, den Taskmanager durch den hervorragenden Process Explorer von Microsoft Sysinternals zu ersetzen. Erster Lichtpunkt: Der kennt die Funktion “Suspend”, ich kann die dllhost damit schlafen legen. Das ist aber nur ein mäßiger Workaround, weil dann vieles nicht mehr richtig läuft.
Zweiter Lichtblick: Der Process Explorer kann detailliert zeigen, WELCHE dll im dllhost geladen ist. Das sind in der Regel zwei oder drei Dutzend gleichzeitig; aber im Detailfenster kann man sich auch anzeigen lassen, welche dll für welche CPU-Auslastung zuständig ist. Und siehe da…
Der Übeltäter
Was soviel CPU gefressen hat, war die tishell32.dll – und die gehört zu Acronis True Image Home 2012. Verbuggt also – na gut, es gibt auch andere Backupprogramme, also: runter damit! Aber siehe da:
Acronis True Image Home 2012 kann nicht deinstalliert werden
Nicht mit Windows-Bordmitteln jedenfalls. Das gibt nur Fehlermeldungen. Und jetzt?
Zum Glück hat der Hersteller bereits gemerkt, dass er Mist gebaut hat. Wer obiges Programm deinstallieren möchte, kann dafür ein Spezialprogramm beim Hersteller runterladen – das Cleanup-Utility. Anleitung unter dem Link zu finden.
FAZIT
Ich hab fast eine Woche damit zugebracht, den Fehler genau einzugrenzen; vielleicht hilft dieser Bericht ja jemanden, der das gleiche Problem hat und verzweifelt nach einer Lösung sucht. Falls Acronis nicht der Übeltäter ist: Über den Process Explorer kriegt man raus, welche DLL das Problem verursacht – und der große Bruder Google verrät einem dann schon, zu wem diese DLL gehört.