Ursprünglich dachte ich ja: »Wenn dieser langweilige Schlafwahlk®ampf endlich vorbei ist, mach ich drei Kreuze.« Es sind dann aber doch nur zwei geworden – von denen eines auch für mich selbst an einer überraschenden Stelle gelandet ist…
Meine Zweitstimme war schon länger klar – ich bin nicht erst seit gestern ein Mitglied der Piratenpartei. Und da ich ja nicht in Sachsen wohne, stand meine Partei auch auf dem Wahlzettel und hat ordnungsgemäß meine Zweitstimme erhalten.
Das Debakel um meine Erststimme hab ich hier ja schon erzählt. Übrigens darf ich verkünden, dass die Grünen sich nicht bei mir gemeldet haben: epic fail.
Dass ich letztlich dann doch nicht die FDP – deren Antwort hier öffentlich ist – gewählt habe, lag an mehreren Faktoren.
Da war zum Einen der schwarz-gelbe Koalitionsvertrag in Sachsen – da hat man mal wieder gesehen, wie schnell die FDP ihre Meinung ändert. Plötzlich werden Dinge auf Landesebene beschlossen, gegen die man im Bund bisher strikt war. Aber das werde ich hier nicht nochmal wiederkauen, ich habe es ja oben schon berichtet.
Dann gab es da noch ein hervorragendes Buch: Die verblödete Republik: Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen von Thomas Wieczorek. Dieses Buch hat mich dazu gebracht, mich noch einmal gedanklich mit den Linken auseinander zu setzen. Und ich musste feststellen: Die Grundrichtung ihrer Ziele stimmt. Was sie fordern, ist zuweit und extrem – gewissermaßen die Maximalausprägung. Die wird aber auch nicht erreichbar sein. Die Maximalausprägung würde über das Ziel hinaus schießen, aber da man ja nie das Maximum erreicht, sondern – durch Koalitionspartner – vorher abgefangen wird, könnte das passen.
Und dann war da noch die Seite Wen wählen? – mit 57 Theses besser als der Wahl-o-mat. Dort hat der linke Direktkandidat aus meinem Kreis auch jede einzelne Antwort, die er gegeben hat, begründet. Unter anderem bezog er sich auf Keynes, der meiner Meinung nach in unserer Wirtschaft derzeit zu kurz kommt. (Wenn wir die soziale Marktwirtschaft neu definieren würden – wir sollten uns an Keynes orientieren.)
Zuletzt hatte ich mit diesem Kandidaten – Herrn Eschrich – auch noch einen kurzen, aber netten Mailverkehr. (Den hier wiederzugeben wäre uninteressant für das “Demokratie-Experiment”.)
Naja, mal sehen, wie die Wahlergebnisse aussehen werden…

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