Das »Königreich Envoria« ist eine Fantasy-Welt, die der unseren in mancherlei Hinsicht ähnelt. Sie hält unserer Welt den Spiegel vor die Augen – und parodiert Zeitgeschehen auf die Fantasy-Art mit einem Augenzwinkern.
Außerdem hat das Königreich Envoria eine längere Geschichte:
Entstanden ist es als monatliche Glosse im Rollenspielmagazin “Envoyer”, das es leider nicht mehr gibt. Jens-Peter Kleinau und ich haben damals die zwei Hauptfiguren des Köngreiches erfunden – den Narren und Logan den Grauen, seines Zeichens Haus- und Hofmagier. Der Narr war, nach einem Sturz des vorherigen Königs (Sturz vom Thron sowie aus dem Fenster – gleichzeitig!), selbst zum Herrscher über das Reich geworden, unterstützt von seinem Berater und Freund Logan.
Wir wechselten uns Anfangs ab mit dem Schreiben der Glosse und nahmen dabei rollenspielerische Themen aufs Korn. Dann wurde es bei Jens-Peter aber eng mit der Zeit (sein Leben war damals im Wandel), und ich hatte die Kolumne plötzlich vollständig bei mir. Unter meiner Regie entfernte Envoria sich ein wenig vom Rollenspiel – statt sich auf Spieler-Fehler und Spielleiter-Fehler zu konzentrieren, nutzte ich diese Glosse für humoristisch-parodistische Seitenhiebe auf das aktuelle Zeitgeschehen. (Ich hatte unter anderem Glossen zum Dschungelcamp, zur Mars-Landung, dem Irak-Krieg, der Kanzlerfrage und vieles mehr.)
Irgendwann passten meine Glossen scheinbar nicht mehr ins Konzept der Envoyer-Redaktion – man verlangte von mir ein “back to the roots”. Das pünktlich abzuliefern war ich leider nicht imstande (man beachte, dass die Tätigkeit völlig ehrenamtlich – sprich: gratis – war). Deshalb kam es zum Bruch. André Wiesler übernahm dann die letzten Folgen von Envoria, stellte das Projekt aber bald darauf ein. (Es war vielleicht doch nicht so leicht wie gedacht.)
Sei’s drum – Der König ist tot, es lebe der König! Jetzt, da es den Envoyer nicht mehr gibt, habe ich beschlossen, Envoria wieder aufleben zu lassen. Ich werde also in losen Zeitabständigen diese neue Kategorie hier nutzen, um in alter Manier das Geschehen unserer Zeit zu persiflieren. Der Anfang der Geschichten steht übrigens auch schon fest, denn er ist schon seit alters her einer Tradition verpflichtet:
Envoria ist ein unwichtiges Land, ziemlich weit weg von hier. Aus einer Laune eines nicht näher zu bezeichnenden Gottes heraus, gab dieser den ersten Envorianern ein Rollenspiel-Regelwerk statt einer Bibel in die Hand. Später bereute es dieser Gott unheimlich, als ein mit allen Artefakten ausgestatteter Powergamer auf Level 64,7 den Göttern richtig gefährlich wurde. Aus dieser Zeit ist eine Geschichte überliefert, die wir hier wiedergeben wollen.
Zu Envoria gehört auch der Personalstab dazu:
Der Narr
Der König Envorias, auch “der königliche Narr” genannt oder “der närrische Usurpator”.
Logan der Graue
Haus- und Hofmagier. Eine wirklich graue Eminenz mit Erinnerungsproblemen. Außerdem hat er eine Obsession mit Fröschen – er verwandelt gerne einmal Menschen in diese “äh… grünen Hüpfdinger..”.
Der Haushofmeister
Der Prügelknabe der Beiden. Immer dienstbeflissen (wenn es sich nicht vermeiden lässt), macht er all die Schmutzarbeit und träumt davon, selbst einmal König zu sein.


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