Wenn ich die öffentliche Diskussion zum Leben und Streben (oder auch der völligen Abwesenheit desselbigen) unserer kleingeistigen kleinkoalitionären Regierung mitverfolge, stoße ich immer wieder an den gleichen Punkt: Immer wieder komme ich zur Erkenntnis, dass hierzulande über die völlig falschen Dinge diskutiert wird.
Aktueller Anlaß sind die Auslandsreisen von DerGuido Westerwelle. Die Wunderwelle der deutschen Liberalen ist ja nicht nur Außenminister, sondern hält sich auch für den Vizekanzler (was Schwachsinn ist – die deutsche Verfassung sieht keinen Vize vor).
Als Außenminister verbringt er natürlich viel Zeit im Ausland, was für mich per se schon ein zweischneidiges Schwert ist: Prinzipiell finde ich es gut, wenn er weit, weit weg ist. Leider gibt es da aber zwei Haken:
- Er kommt immer wieder zurück.
- Er labert unheimlich viel Käse im Ausland und beschädigt das ohnehin schon ramponierte Bild der Deutschen noch weiter.
(Letzerer Punkt hat mich schon öfters zu der Frage geführt wie Merkel sich eigentlich bei den anderen Staatschefs für ihren Außenminister entschuldigt und rausredet. »Der ist mir zugelaufen«, vielleicht – bei dem
Jetzt ist rausgekommen, dass er ja gar nicht alleine reist, sondern immer eine gewaltige Entourage mit sich herumschleppt. Neben vielen Unternehmern, die massig Geld an die FDP gespendet haben, ist da auch der Herr Mronz mit dabei, der Lebensgefährte von DasGuido. Und genau an dieser Stelle wird es obskur, denn:
Alle Welt regt sich darüber auf, dass der Herr Mronz da mitfliegen darf. Da wird ein großes Palaver veranstaltet, völlig hirn- und sinnfrei. Mein Gott – wo ist das Problem? Der Obama hat auch stets seine Michelle dabei, und Bill hatte immer Hillary im Schlepptau (obwohl man oft den Eindruck hatte, sie würde ihn vor sich hertreiben).
Warum, um alles in der Welt, spricht jeder darüber – und keiner über die Unternehmer, die sich mit ihren Spendengeldern die Plätze erkauft haben, um jetzt großzügig auf Staatskosten in der Welt umherzuschippern und DieGuido als Promischild zu nutzen, um zum Beispiel private Geschäfte anzubahnen?
Das wären die entscheidenderen Fragen. Mir ist zwar auch schleierhaft, wie der Herr Mronz sich auf diesen Reisen für “Ein Herz für Kinder” engagiert, wenn sein Tagesablauf so ist, wie Spiegel ihn schildert (im Theater trifft man nur selten auf hilfsbedürftige Kinder) – aber schwamm drüber. Viel schlimmer ist doch, dass der Geschäftsführer der Ludwigshafener Firma, die Westerwelles Bruder gehört, mit nach Asien schippern durfte.
Ich wäre dem Qualitätsjournalismus sehr zu dank verbunden, wenn man sich mehr auf diese Tatsache konzentrieren würde, danke.


0 Trackbacks