«

»

Nov
15

Game Review: Bastion

Bastion ist ein Action-Rollenspiel – mehr Action als Rollenspiel, wirklich – in einem faszinierenden Setting und mit einem coolen Soundtrack sowie ein paar hübschen Elementen, die ein Anspielen absolut rechtfertigen.

Genre und Grundlegendes

Wie in der Einleitung geschrieben, wird Bastion als Action-Rollenspiel angepriesen. Parallelen zu Titeln des Genres sind durchaus gegeben – Monstermetzelei in isometrischer Perspektive, unterschiedliche Waffen, Skills und ein Mechanismus zum Aufleveln. Dennoch würde ich sagen, die Rollenspielelemente sind eher sekundär – Hauptwurzel ist das Action-Genre, was sich auch in der Steuerung bemerkbar macht. Dazu später mehr.

Besonders hervorzuheben ist bei diesem Titel der Grafikstil – er ist comichaft gehalten und erinnert eher an Torchlight als an Diablo, ist sogar noch ein gutes Stückchen bunter als Torchlight. Auf alle Fälle ist die Grafik auch für jüngere Spieler geeignetet (auch die Gewaltdarstellung – Gegner lösen sich auf, es fließt weder Blut, noch bleiben Tote zurück).

Setting und Soundtrack

Das Spiel ist in einer Fantasy-Welt angesiedelt, die sich dem Spieler mit all ihren Rätseln nur langsam erschließt. Ohnehin scheint vieles zu verfallen – warum das so ist, muss der Held herausfinden.

Obwohl die Grafikelemente sehr stark in Richtung Fantasy gehen, kullern gelegentlich Dornenbüsche durchs Bild wie bei einem Western. Und das passt, denn der Bastion Original Soundtrack zum Spiel hat starke Westerneinflüsse (mich erinnert er ein wenig an Serenity/Firefly). Er erzeugt eine geniale Stimmung und passt auch super zur Stimme des Erzählers – der hier einfach separat erwähnt werden muss:

Der Erzähler reagiert auf die Handlungen des Spielers, und zwar auf geniale Art und Weise. Im ersten Level hab ich Kisten klein geschlagen, kommentiert mit: “The Kid raged on for a while”. Nicht nur die Kommentare sind stimmig – auch die Stimme des Erzählers ist genial und genau richtig gewählt.

Der Erzähler ist auch auf dem Soundtrack zu hören – und der ist durchaus eine Kaufüberlegung wert, denn er ist wirklich sehr cool und relaxed.

Steuerung und Spielmechanik

Obwohl die isometrische Perspektische an Action-RPGs angelehnt ist, fehlt die Maussteuerung – denn die Maustasten werden anderweitig gebraucht: Linke Maustaste ist die Nahkampfwaffe, rechte Maustaste die Fernkampfwaffe. Bewegt wird – actiontypisch – mit WASD. Mit Q löst man eine Spezialfähigkeit aus (es gibt immer nur 1 aktive Fähigkeit, die nur im Arsenal gewechselt werden kann), mit Leertaste rollt man sich über den Boden zum Ausweichen, mit Shift benutzt man den Schild zum Blocken. Sehr schön gemacht: Blockt man im richtigen Moment, gibt es Counterschaden für den Angreifer.

Das Spiel ist auf den ersten Blick weniger komplex als andere Genrevertreter: Es gibt kein Inventar. Waffen wechseln (und Skill austauschen) geht nur in einem Spezialgebäude, dem Arsenal. In einer Schmiede kann man jede Waffe maximal drei mal aufwerten, wenn man Material dafür gefunden hat. Bei jeder Waffe gibt es 3 Aufwertungsebenen mit je 2 Möglichkeiten – man kann die auch jederzeit umändern, wenn man will.

Es gibt keine Skillpunkte, aber mit jedem Level steigt die Gesundheit – und man erhält einen “Spirit Slot”. Die “Spirits” sind aber keine Geister, sondern eher Weingeister: Man kann Trinks aus der Distillerie einsetzen. Jeder Trink bringt einen speziellen Bonus – das ersetzt die Feats anderer Spiele. Besonderheit: Keine Wahl ist endgültig. Wie bei den Waffen kann man bei jedem Besuch in der Destille die Tränke nach Belieben austauschen.

Der Schwierigkeitsgrad ist weitestgehend annehmbar; es gibt aber ein paar Punkte, die hart sind. Die “Proving Grounds” können fordern sein, will man den ersten Platz erreichen (was aber optional ist, man muss es nicht); ansonsten gerät man manchmal in echt große Gegnermassen hinein, da rutscht die Spielbalance etwas ins Ungleichgewicht.

Fazit, Preis und Kaufempfehlung

Derzeit (Stand 15.11.2011) verkauft Steam das Indie-Spiel für 13,99 € – ein Preis, der für mich an der Obergrenze für einen derartigen Titel liegt. Wer sich nicht sicher ist, ob er soviel investieren möchte, kann einfach die Demo bei Steam laden und ausprobieren. Ansonsten gilt: Spätestens wenn das Spiel das nächste Mal im Angebot ist und der Preis auf 10 € oder darunter sinkt, kann man bedenkenlos zugreifen.

Für mich jedenfalls ein sehr schönes Spiel, um lange Winterabende damit zu vertrödeln.

Bewertung: 3/5

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://www.zweiundvierzich.de/s9y/bastion/

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können diese HTML-Tags verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>